Gleitschirmfliegen ist langweilig, gefährlich und teuer…
…wer dieser Meinung ist hat sich nie wirklich mit dem Gleitschirmfliegen auseinander gesetzt. Es ist zweifellos eine der günstigsten Möglichkeiten sich vom Fußgänger zum Piloten zu entwickeln. Und wer die richtige Ausbildung genossen hat, der wird diesen Sport auch gestärkt durch viel Hintergrundwissen so durchführen können, dass das „Restrisiko“ das man bei jeder Freizeitaktivität hat, absolut kalkulierbar ist. Erst durch eine kompetente und zielgerichtete Ausbildung wird man diese schöne Sportart auch richtig genießen können.
Das eigentliche Risiko ist der Pilot selbst.
Nur wenn dieser regelmäßig trainiert (auch auf einer flachen Wiese/Groundhandling), sich ständig fortbildet und nur dann fliegt, wenn die Bedingungen (Wetter, Gelände, etc.) auch fliegbar sind, dann wird er auf viele atemberauschende Flüge zurückschauen können.
Frei wie ein Vogel sein, sich vom Aufwind in die Höhe tragen lassen, von Wolke zu Wolke schwebend, das ist Gleitschirmfliegen. Gemeinsam mit der Natur diesen schönen Sport betreiben, die Natur für sich nutzen und nicht gegen sie ankämpfen, das ist Gleitschirmfliegen. Und nach dem Landen mit glänzenden Augen den Gleitschirm zusammen packen und mit einem Lächeln auf den Lippen das Erlebte noch einmal gedanklich erleben, auch das ist Gleitschirmfliegen.
Na, neugierig geworden? Dann einfach hier weiter informieren:
Geschichte
Das Gleitschirmfliegen begann 1965 mit dem Sailwing von David Barish. Er bezeichnete die neue Sportart als Slope Soaring fand aber damals nicht viel Gehör für seinen neuen Sport. Die Entwicklung des Gleitsegelns setzte sich dennoch, unter Verwendung von geeigneten Flächenfallschirmen, vorübergehend als Spezialdisziplin des Fallschirmsports fort. Großen Anteil daran haben nicht zuletzt die bekannteren Veröffentlichungen von Dan Poynter anfangs der 70er Jahre, in denen er auch Slope Soaring und Paragliding beschrieb. Spätestens ab 1972 war die Idee des Gleitsegelns in Deutschland und Österreich vertreten und die ersten Flüge fanden in Europa bereits vor 1974 statt.
Bei dem so genannten Bergfliegen erfolgten die Starts, wegen der geringen Leistung der verwendeten Flächenfallschirme, vornehmlich in steilem Gelände, so etwa von der Skiabfahrt in Kitzbühel, vom Tegelberg, vom Säntis und an ähnlich steilen
Bergen. Die damaligen Flüge waren im Wesentlichen auf schnelles Hinabfliegen ins Tal begrenzt. Die verwendeten Flächenfallschirme waren zum damaligen Zeitpunkt bereits weitgehend ausgereifte und gut steuerbare Systeme. Starts waren auch mit den ersten Gleitschirmen Anfang der 80er Jahre noch eine „Herausforderung“ und sowohl Gleitzahlen wie Sinkraten bergfliegender Fallschirme und erster Gleitschirme waren somit durchaus vergleichbar (Gleitzahl 1:3).
Erst mit der erfolgreichen technischen Weiterentwicklung der speziell auf die Verwendung zum Gleitsegeln zugeschnittenen Gleitschirme setzte sich das Gleitschirmfliegen schließlich als eigene Sportart durch - fast so, wie es sich Barish schon 1965 unter seinem Begriff Slope Soaring vorgestellt hatte.
Heute zählt Gleitschirmfliegen zu einer der beliebtesten Sportarten, die sowohl im Gebirge, wie auch im Flachland (durch Windenschlepp) ausgeübt werden kann. Und das Gleitschirmfliegen echter Sport ist zeigen viele bis heute aufgestellte Rekorde. Hier nur eine kleine Auswahl der spektakulärsten:
Rekorde
- Der aktuelle Weltrekord im Streckenfliegen liegt bei 423,4 km und wurde am 21. Juni 2002 in Zapata, Texas, vom Kanadier William Gadd geflogen.
- Der aktuelle Europarekord liegt bei 323,5 km und wurde am 10. Juni 2004 vom Schweizer Chrigel Maurer auf der Strecke Niesen im Berner Oberland - Landeck in Tirol geflogen.
Einen Höhenrekord anderer Art hält der Österreicher 'Mad Mike Küng', der im April 2004 mit seinem Gleitschirm von einem Ballon in 10.100 m Höhe absprang.
